Virtuelle Realität, wie auch immer man sie betrachtet, ist eine magische Erfahrung, die unsere Sinne nutzt, um interessante Welten zu eröffnen. Aber Samsungs neueste Brille ist keine Fata Morgana, sie ist Realität.
Das Samsung Galaxy XR ist Samsungs neuestes Mixed-Reality-Gerät, das in Südkorea und den Vereinigten Staaten für 1.800 Dollar (steuerfrei) verkauft wird. Das Design des früher als Project Moohan bekannten Headsets ist von Meta Quest Pro und Apple Vision Pro inspiriert, aber der Hauptunterschied besteht darin, dass es mit dem Android XR-Betriebssystem läuft.
Das Galaxy XR zielt darauf ab, in der höheren Preisklasse zu konkurrieren und verwendet den Snapdragon XR2+ Gen 2 Chip von Qualcomm sowie 16 GB RAM.
Samsungs Gerät verfügt über ein atemberaubendes 29-Millionen-Pixel-Mikro-OLED-Display mit einer Auflösung von 3552×3840 Pixeln, fast identisch mit Apples Vision Pro Display. Nur fast, denn das Apple-Display kann mit 120 Hz arbeiten, während das Samsung-Display höchstens 90 Hz bietet.
Das ist schade, denn die höhere Bildwiederholfrequenz hilft dem Nutzer, sich nicht an dem Gerät zu satt zu sehen, aber während 90Hz der Standard für Apple Vision Pro ist, ist es nur ein Extra für Samsung, da das Galaxy XR standardmäßig für 72Hz optimiert ist.
Zu den wertvollen Funktionen gehören jedoch die Augen- und Gesichtsverfolgung, ein aktiver Tiefensensor und eine automatische Anpassung des Augenabstandes, um die Bedienung bequem und einfach zu gestalten. Ein Pluspunkt ist, dass das Gerät den Benutzer anhand der Iris erkennen kann. Als optionales Zubehör ist eine dioptrische Linse erhältlich, die magnetisch am Gerät befestigt wird.
Die neue Mixed-Reality-Brille verfügt außerdem über Kameras, die die Außenwelt abtasten. Zwei davon sind hochauflösend für stereoskopische Bilder, 3D-Fotos und Videos, sechs für präzises Tracking.
Obwohl sie den Druck auf Gesicht, Kopf und Nacken reduziert, kann das Galaxy XR leider nur mit einem kabelgebundenen Akku an das Gerät angeschlossen werden. Das wäre kein Problem, wenn die Akkulaufzeit nicht schmerzhaft kurz wäre, denn sie ist nach 2 Stunden Nutzung erschöpft. Diese Zeit kann ein wenig verlängert werden, wenn der Benutzer einen Film auf dem Gerät anschaut, in diesem Fall beträgt die Akkulaufzeit 2,5 Stunden. Die gute Nachricht ist jedoch, dass das Gerät beliebig lange genutzt werden kann, wenn es mit einem Kabel verbunden ist. Diese kurze Akkulaufzeit auf Kosten der Mobilität könnte jedoch länger sein, wenn man einen externen Akku hat, zumindest für ein so teures Gerät.
Das Headset liegt auf der Stirn und nicht auf dem Gesicht auf. Das ist ein deutlicher Unterschied zum Apple Vision Pro, bei dem sich viele beschwert haben, dass es zu schwer für das Gesicht ist. Es hilft auch, dass das Apple Vision Pro 650 Gramm wiegt, während das Galaxy XR nur 545 Gramm wiegt.
Das Galaxy XR wird das erste Gerät mit dem neuen Android-Betriebssystem sein. Eine wichtige Frage ist daher, welche Software für das Gerät verfügbar sein wird.
Es kann 2D-Apps aus dem Google Play Store ausführen, aber das ist in den meisten Fällen nicht das, was VR- und AR-Nutzer wollen. Es gibt jedoch ein paar Apps, die auf dem Gerät sofort funktionieren.
Eine davon ist Google Maps im Always-on-Modus, mit dem Sie die Welt aus der Vogelperspektive und als Straßenansicht sehen können. Google Fotos kann unsere Fotos automatisch in 3D-Bilder umwandeln, während YouTube die gleiche Unterstützung für die Wiedergabe von Videos im Dauerbetrieb wie Quest bietet.
Auch Netflix hat eine eigene App, so dass es an Videoinhalten auf Ihrem Gerät nicht mangelt.
Gemini AI kartiert die Umgebung in Echtzeit und hilft dem Nutzer im Alltag. Es braucht keinen Befehl, um es zu benutzen, es hört natürliche Sprache und reagiert sofort.
Mehrere Questes-Spiele wurden portiert, darunter Demeo, Arizona Sunshine Remake, Walkabout Mini Golf, Green Hell VR, Job Simulator und Real VR Fishing, die sofort verfügbar sind. Samsung hat jedoch erklärt, dass das Spiel keine Priorität für sie ist.
Glücklicherweise ist das Gerät jedoch in der Lage, sich mit einem Computer zu verbinden. Der 25-Dollar-Virtual-Desktop ist bereits einsatzbereit und verfügt über Wi-Fi 7-Unterstützung sowie unterstütztes Eye- und Face-Tracking.
Das Problem ist, dass das Headset trotz des hohen Preises nicht mit einem Controller geliefert wird. Um wirklich multifunktional zu sein, reicht es nicht aus, die Augen und Hände zu benutzen, man braucht einen physischen Controller. Während das Apple Vision Pro kürzlich Unterstützung für PS VR2-Controller erhalten hat, wird das Galaxy XR einen eigenen Controller verwenden, die Galaxy XR Controllers. Dieses Add-on allein kostet den Käufer jedoch nur 250 Dollar extra (ohne Steuern). Zum Vergleich: Die 250 Dollar sind genau das, was das jetzt zum Verkauf stehende Meta Quest 3S inklusive Controller kostet. Trotz des hohen Preises waren die Controller bereits am Tag ihrer Ankündigung ausverkauft.
Bisher gibt es noch keinen Hinweis auf eine Veröffentlichung des Samsung Galaxy XR in Europa. Vermutlich geht Samsung auf Nummer sicher, um seine Lagerbestände zu verkaufen und nicht wie Meta mit dem Meta Quest Pro auf den Kosten sitzen zu bleiben.