Obwohl kein anderer bekannter Himmelskörper im Sonnensystem tektonische Platten und Beben wie die Erde hat, bedeutet das nicht, dass sich sein Boden nicht bewegt. Mondbeben sind seit der Apollo-Ära bekannt, und wir wissen seit etwa anderthalb Jahrzehnten, dass der Mond schrumpft: Sein Radius hat sich in den letzten 200 Millionen Jahren um 50 Meter verringert. Jetzt bestätigen neue Erkenntnisse diese Erkenntnisse.
Der Mond war früher geologisch sehr viel aktiver, aber im Laufe der Zeit hat sich sein Inneres abgekühlt und verfestigt. Als sich das Innere zusammenzog, bekam die Kruste Risse und verformte sich. Tom Watters und Kollegen haben Verwerfungslinien identifiziert, die mit diesem Prozess auf den Mundebenen, den so genannten Meeren, verbunden sind.
Das Team erstellte einen Katalog der kleineren Bruchlinien, von denen 1114 neue gefunden wurden, womit sich die Gesamtzahl auf 2634 erhöht. Das Alter der Bruchlinien beträgt etwa 124 Millionen Jahre, und ihre Existenz ist höchstwahrscheinlich auf die Kontraktion des Mondes zurückzuführen. "Die Entdeckung junger, kleinerer Grate in den Meeren und die Entdeckung ihrer Ursache werden das Bild eines dynamischen, schrumpfenden Mondes vervollständigen", so Watters.
"Diese Arbeit wird dazu beitragen, ein globales Gesamtbild der jüngsten tektonischen Bewegungen des Mondes zu erstellen, was zu einem besseren Verständnis des Mondinneren, seiner thermischen und seismischen Geschichte und des Potenzials für künftige Mondbeben führt", fügte Cole Nypaver, ein weiterer Forschungsteilnehmer, hinzu.
Die künftige Erforschung des Mondes durch Menschen und Roboter könnte neue und detailliertere Erkenntnisse über die Aktivitäten im Inneren des Mondes liefern. Ziel des Artemis-Programms ist die Rückkehr von Menschen auf die Mondoberfläche bis zum Ende des Jahrzehnts. Der Orbiter Artemis II soll in wenigen Wochen starten und wird Einblicke in bisher unbeobachtete Gebiete gewähren.
"Dies ist eine sehr spannende Zeit für die Erforschung des Mondes", sagt Nypaver. "Kommende Monderkundungsprogramme wie Artemis werden eine Fülle neuer Informationen über unseren Mond liefern. Ein besseres Verständnis der Tektonik und der seismischen Aktivität des Mondes wird direkt zur Sicherheit und zum wissenschaftlichen Erfolg dieser und künftiger Missionen beitragen."