Wie zu erwarten war, folgt auf die Daten des ersten Quartals, die einen leichten Rückgang zeigten, nun ein sehr ernüchterndes Ergebnis, und Experten gehen davon aus, dass sich die Lage im dritten Quartal noch weiter verschlechtern wird. Allenfalls die Weihnachtszeit könnte einen Wendepunkt bringen, doch eher ist nur mit einer Verlangsamung des Rückgangs zu rechnen.
Analysten verzeichnen bereits einen zweistelligen Rückgang bei den Verkaufszahlen, und es ist nicht absehbar, was diesen Prozess verlangsamen könnte; es ist davon auszugehen, dass es noch schlimmer kommen wird. Das ohnehin schon nicht gerade glänzende Umsatzvolumen des zweiten Quartals des Vorjahres wurde nun um 11 % „unterboten“.
Der steile Preisanstieg bei DRAM- und NAND-Flash-Speichern hat nicht nur den PC-Markt, sondern auch das Smartphone-Segment ruiniert. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Bereichen besteht darin, dass sich die Probleme im Mobilfunkbereich langsamer bemerkbar machen, da sich die Lagerbestände anders entwickeln und sich der Preisanstieg bei den fertigen Produkten daher bereits deutlich abgeschwächt zeigt.
Die beiden Marktführer, Samsung und Apple, spüren die Krise noch nicht, während sich die chinesischen Hersteller bereits in einer zunehmend schwierigeren Lage befinden. Der Marktführer Samsung konnte sogar noch wachsen, da die Galaxy-S26-Serie Rekordumsätze erzielte. Das Unternehmen startete zudem eine aggressive Sommerkampagne, während es gleichzeitig bereits damit begonnen hat, seine Preise anzuheben. Das dritte Quartal wird wahrscheinlich nicht mehr so glänzend ausfallen wie das aktuelle. Das Unternehmen konnte seinen Marktanteil von 20 % auf 24 % steigern.
Apple belegte mit großem Vorsprung den zweiten Platz. Zwar konnte das Unternehmen seinen Umsatz nur um 3 Prozent steigern, doch aufgrund des erheblichen Marktrückgangs schlug sich dieses Wachstum voll und ganz im Marktanteil des Unternehmens nieder. -iPhones konnten nach 17 % im Vorjahr nun 20 % des imaginären Kuchens für sich verbuchen. Auch die Einführung des iPhone 17e-Modells, das die iPhone-17-Serie vervollständigt, hat den Umsatz des Unternehmens bereits etwas angekurbelt.
Im vergangenen Jahr war zu beobachten, dass Xiaomi Apple sehr nahe kam: Die Marktanteile der beiden Unternehmen lagen bei 17 bzw. 14 Prozent. Man könnte sagen, Xiaomi war bereits in Schussweite, doch nun hat sich die Kluft nicht nur nicht weiter geschlossen, sondern ist sogar enorm gewachsen.
Der Marktanteil des größten chinesischen Herstellers ist laut Berechnungen von Counterpoint von 14 auf 12 Prozent gesunken, sodass der bisherige Rückstand von Xiaomi von 3 Prozent plötzlich auf 8 Prozent gestiegen ist. Bereits im ersten Quartal zeichnete sich ab, dass die chinesischen Hersteller vorerst am stärksten unter der Speicherkrise leiden, und daran hat sich nichts geändert. Es ist auf jeden Fall überraschend, dass Apple und Samsung die neue Situation vorerst so gut verkraften.
Oppo und Vivo belegten wie bereits im Vorjahr den vierten und fünften Platz, wobei beide Marken jeweils 1 Prozentpunkt an Marktanteil verloren haben. Ihre Verkaufszahlen sind bereits im zweistelligen Bereich zurückgegangen. Auch die Unternehmen, die es nicht in die Top-Liste geschafft haben, erhalten nun einen kleineren Anteil am Kuchen (26 %), wodurch sich das Ungleichgewicht der Marktverhältnisse verstärkt hat.
Das Team von Counterpoint hob noch die Ergebnisse zweier Hersteller hervor, die zwar nicht unter die Top 5 kamen, aber „gegen den Trend“ sehr gut abschneiden konnten. Google konnte den Absatz der Pixel-Geräte im Jahresvergleich um nicht weniger als 16 % steigern. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Pixel-11-Generation erst im August auf den Markt kommen wird. Die andere Überraschung ist Huawei, dem es gelang, 6 % mehr Smartphones auszuliefern als im Vorjahr. Auch weltweit konnte das Unternehmen zulegen, vor allem dank der Mate-80-Serie.
In vielen Fällen entscheiden sich Käufer mittlerweile eher für generalüberholte Geräte, wenn sie ein günstigeres Handy austauschen. Das Refurbished-Geschäft boomt, während auch für Geräte der vorherigen Generation eine beispiellos gute Nachfrage herrscht – so Counterpoint.
Neue Smartphones werden aufgrund der Speicher immer teurer, und bei den günstigeren Geräten ist leider auch zu beobachten, dass ihre technische Ausstattung immer bescheidener ausfällt. Die sinkenden Verkaufszahlen könnten den Preisanstieg nur noch weiter beschleunigen, da die Hersteller nun auch berücksichtigen müssen, dass sie bei geringeren Stückzahlen die für das Überleben und die Weiterentwicklung notwendigen Einnahmen erzielen müssen. Die aktuelle Krise könnte durchaus zum Verschwinden von Marken und Herstellern führen.