In letzter Zeit häufen sich Zwischenfälle mit Tiefseekabeln, und die Zahl der Zwischenfälle hat sich in letzter Zeit erhöht, da eines der Kommunikationskabel zwischen Finnland und Estland beschädigt wurde. Dies ist der vierte Vorfall in dieser Region in den letzten anderthalb Jahren und wahrscheinlich nicht der letzte.
Den Angaben zufolge ereignete sich der Vorfall am 31. Dezember 2025 um 5 Uhr morgens Ortszeit, und das Opfer war ein Tiefseekommunikationskabel von Elisa, dem nordischen Marktführer im Bereich Telekommunikation. Nach offiziellen Angaben hat der Vorfall keine Kommunikationsausfälle verursacht, da die Kommunikationsinfrastruktur in dem Gebiet recht redundant ist, so dass der Verlust einer einzigen Faser kein unüberwindbares Problem darstellt. Insgesamt verfügt Estland über 12 internationale Tiefseekommunikationskabel.
Zum Zeitpunkt des Vorfalls befand sich ein Frachtschiff namens Fitburg in dem Gebiet, das laut Verkehrsdaten bei der Annäherung an das Elisa-Tiefseekommunikationskabel seine Geschwindigkeit von 8,9 Knoten auf 7,3 Knoten und dann noch weiter verringerte. Verdächtigerweise übermittelte das AIS (Automatic Indentification System) einige Zeit lang keine Daten über das Frachtschiff, wobei die Übertragung mehrere Minuten lang unterbrochen war, was darauf schließen lässt, dass die Besatzung das AIS für die Dauer des Vorfalls ausgeschaltet hatte.
Das 132,2 m lange Frachtschiff gehört einem türkischen Unternehmen, das nur ein Frachtschiff betreibt. Das unter der Flagge von St. Vincent und den Grenadinen fahrende Frachtschiff wird von dem in Istanbul ansässigen Unternehmen Sarfo Denizcilik ve Ticaret A.Ş. und Albros Shipping & Trading Co. betrieben. Nach den bisher vorliegenden Informationen könnte das betreffende Frachtschiff Verbindungen zu Russland haben und hauptsächlich russische Waren transportieren.
Die Experten von Elisa informierten natürlich die Behörden über den Vorfall, aber das Frachtschiff verließ bald darauf die estnischen Gewässer und nahm Kurs auf finnische Gewässer, doch die Besatzung konnte sich der Strafverfolgung nicht entziehen: Die finnischen Behörden hielten das Schiff auf, übernahmen die Kontrolle und nahmen die 14-köpfige Besatzung fest, zu der russische, georgische, kasachische und aserbaidschanische Staatsangehörige gehörten. Als die Behörden das Schiff abfingen, stellten sie fest, dass die Ankerkette heruntergelassen worden war.
Die Ermittlungen dauern noch an, so dass es einige Zeit dauern wird, bis feststeht, ob der Unfall auf Unachtsamkeit, einen technischen Defekt oder vorsätzliche Beschädigung zurückzuführen ist - im letzteren Fall könnte auch das genaue Herkunftsland aufgedeckt werden.