AMD arbeitet offenbar an der Entwicklung einer neuen, auf RDNA 4m basierenden iGPU, die zuvor bereits in Gerüchten aufgetaucht war, nun aber auch im Open-Source-GPU-Treiber MESA aufgetaucht ist, d. h., die Version 26.3 unterstützt sie bereits. Die unter dem Codenamen GFX1171 laufende Entwicklung ist eine echte Kuriosität, da sie weder als vollwertige RDNA-4-Lösung bezeichnet werden kann, noch vollständig in die RDNA-3-Serie passt. Auf dieses wichtige Update des MESA-Treibers haben übrigens die Mitarbeiter von Phoronix unter die Öffentlichkeit aufmerksam gemacht
Im Wesentlichen handelt es sich um eine spezielle Entwicklung, die sich zwischen RDNA 3.5 und RDNA 4 einreiht, INT8-Unterstützung bietet und zudem die AMD Fidelity FX Super Resolution 4-Technologie nativ unterstützt. Letztere ist übrigens bereits für ältere Architekturen verfügbar: Die Unterstützung für RDNA 3 wurde vor einigen Monaten eingeführt, und derzeit wird an der Einführung der Unterstützung für RDNA 2 gearbeitet, die im ersten Quartal des nächsten Jahres fertiggestellt sein könnte. RDNA 4m wird nach dem derzeitigen Stand der Dinge eine Zwischenlösung sein, mit der die AI-basierten Upscaling- und Rendering-Technologien von AMD nativ laufen können und die speziell für den Markt der Desktop-APUs positioniert ist.
RDNA 4m könnte eigentlich eine Erweiterung der RDNA-3-Architektur sein, die durch die Integration zahlreicher RDNA-4-Module dafür sorgt, dass FSR4 auf den kommenden Desktop-APUs genutzt werden kann. Diese Theorie wird auch dadurch gestützt, dass die betreffende Entwicklung, basierend auf der GPU-Bezeichnung GFX1170, zur GFX11-Familie gehört, die wiederum der Sammelbegriff für RDNA 3 ist, und zwar oberhalb der GX115x-Stufe, also oberhalb von RDNA 3.5 angesiedelt ist. RDNA 3.5 selbst könnte laut früheren Berichten noch sehr lange, mindestens bis 2029, eine wichtige Rolle im Verbrauchersegment spielen, d. h., AMD plant damit ausdrücklich langfristig.
RDNA 4m könnte auf der Medusa Point zum Einsatz kommen, während Medusa Halo bereits auf die nächste Generation der AMD-GPU-Architektur setzen könnte, die entweder den Namen RDNA 5 oder bereits UDNA trägt. Wie dem auch sei, ist die Einführung der RDNA-4m-Unterstützung auf jeden Fall ein gutes Zeichen. Mit ihrer Hilfe können Desktop-APUs das Potenzial der FSR-4-Unterstützung ausschöpfen, was Gelegenheitsspielern dabei helfen kann, auch mit einer iGPU spielbare Leistung zu erzielen.
Das AMD-Team wollte die Berichte bislang weder offiziell bestätigen noch dementieren, doch es steht fest, dass der MESA-GPU-Treiber RDNA 4m unterstützt, sodass sowohl die RADV- als auch die RadeonSI-Treiber bereit sind, Produkte zu unterstützen, die auf der neuen GPU-Architektur basieren. Die Unterstützung wird natürlich noch optimiert werden, aber der Prozess hat auf jeden Fall begonnen.