Die chinesische Regierung bemüht sich schon seit geraumer Zeit darum, die heimische Halbleiterindustrie zu stärken, und seit dem Beginn des KI-Booms und der Speicherkrise widmet sie diesen beiden Bereichen noch mehr Aufmerksamkeit. Damals, als die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika Nvidia die Genehmigung erteilte, die H200-KI-Beschleuniger wieder nach China zu liefern, vereitelte die chinesische Regierung dieses Vorhaben, da sie es vorziehen würde, dass chinesische Unternehmen sich lieber auf lokal entwickelte und lokal hergestellte KI-Beschleuniger stützen sollten, da sich dadurch der Markt weiterentwickeln, die lokale Wirtschaft ankurbeln und der Weg zur Unabhängigkeit von westlichen Technologien weiter voranschreiten könnte.
Anfangs hatten es die Unternehmen, die auf chinesische KI-Beschleuniger setzten, aufgrund der Unausgereiftheit der KI-Infrastruktur, des Mangels an geeigneter Softwareunterstützung sowie der schwachen Hardware-Leistung und der geringen Energieeffizienz schwer, doch der Druck seitens der Regierung, die kontinuierlichen Anreize, die beträchtlichen Fördermittel sowie die beharrliche Entwicklungsarbeit haben gemeinsam dazu geführt, dass das chinesische KI-Ökosystem immer leistungsfähiger wird, sei es bei den großen Sprachmodellen, den verschiedenen KI-Softwareprogrammen oder eben der dahinterstehenden Hardware-Infrastruktur.
Nach Informationen von Bloomberg schreitet die Unabhängigkeit von westlichen Technologien weiter voran, denn DeepSeek, einer der führenden chinesischen KI-Entwickler, hat eine beträchtliche Menge an KI-Beschleunigern des Typs Ascend 950DT bestellt, die in nicht allzu ferner Zukunft in einem neuen chinesischen Rechenzentrum zum Einsatz kommen sollen. Brancheninformationen zufolge hat DeepSeek bei Huawei rund 160.000 KI-Beschleuniger des Typs Ascend 950DT bestellt, und diese Geräte sollen nach ihrer Auslieferung in einem Rechenzentrum in der Inneren Mongolei installiert werden.
Der Ascend 950DT scheint eine recht leistungsstarke Entwicklung zu sein, die im FP8-Modus eine Rechenleistung von 1 PetaFLOP/s erreicht, während bei FP4-Operationen mit einer Leistung von bis zu etwa 2 PetaFLOP/s zu rechnen ist. Die GPU wird von 144 GB HBM-Speicher begleitet, einer Eigenentwicklung von Huawei, die eine Speicherbandbreite von fast 4 TB/s erreicht, was den Anforderungen hervorragend entspricht. Wenn 160.000 dieser KI-Beschleuniger in einem Supercomputer-Cluster eingesetzt werden, lässt sich eine FP8-Rechenleistung von etwa 160 ExaFLOP/s und eine FP4-Rechenleistung von etwa 320 ExaFLOP/s bei FP4 erreicht werden, während die gesamte HBM-Speicherkapazität 23 PB betragen kann. Damit eignet sich das neue Rechenzentrum hervorragend für besonders komplexe Deduktionsaufgaben mit großen Datensätzen, kann aber auch für andere Zwecke eingesetzt werden. Zwischen den KI-Beschleunigern sorgt die Lingqu-Verbindungstechnologie für die Verbindung; außerdem kommen optische Kabel zum Einsatz, um die auf dem Ascend 950DT basierenden Racks effizient und mit geringer Latenz in ein System zu integrieren.
Auf der Platine eines Atlas 950 SupePoD können maximal 8.192 Ascend 950DT-Chips untergebracht werden, und von diesen Racks lassen sich bis zu 64 miteinander verbinden, sodass insgesamt 524.288 KI-Beschleuniger zusammenarbeiten können. Das DeepSeek-Team hat für das neue Rechenzentrum vorerst „nur“ 160.000 KI-Beschleuniger bestellt, was bedeutet, dass hinsichtlich der Skalierbarkeit noch reichlich Spielraum bis zur oben genannten Obergrenze besteht.