In Autos kann Android auf dem Bordsystem auf verschiedene Weise erscheinen. Zum einen gibt es Android Auto, das von angeschlossenen Smartphones aus läuft, und zum anderen wird Android Automotive OS bereitgestellt, das nun direkt das Infotainment-System dominiert.
Nun hat Google angekündigt, dass Android Automotive den bisher eingeschlagenen Weg weiter gehen und deutlich mehr bieten wird als bisher.
Googles Plattform hat vielen Autoherstellern als Krücke für den digitalen Wandel gedient. Für die Akteure in der Automobilindustrie hat sie es viel einfacher gemacht, den Kunden moderne Funktionen anzubieten. Der Suchmaschinengigant hat jetzt mehr als 40 Marken auf seiner Partnerliste. Zu den AAOS-Partnern gehören u. a. Ford, Hyundai, Renault, Volvo und Honda.
Android Automotive hat im Laufe der Jahre bewiesen, dass es eine hervorragende Plattform für Infotainment ist. Und Google hat erkannt, dass es in der aktuellen Umgebung noch mehr kann. Deshalb erweitert es das Betriebssystem um eine offene Infrastruktur, die praktisch alles abdecken kann - mit Ausnahme eines Bereichs. Google vermeidet kritische Sicherheitssysteme - vorerst.
Künftig werden die Automobilhersteller in der Lage sein, dem Betriebssystem Android Automotive technisch fast alles anzuvertrauen. "Wir bei Google engagieren uns sehr für die Automobilindustrie, nicht nur als ein Technologielieferant unter vielen, sondern als Partner, der dazu beiträgt, die Branche umzugestalten", sagte Eser Erdem, AAOS Chief Engineer.
Die Zukunft liegt in softwaredefinierten Fahrzeugen, und Google arbeitet daran, den Herstellern den Übergang in die nächste Ära zu erleichtern. Als eines der führenden Unternehmen in der Softwarebranche ist sich der Suchmaschinenriese der Herausforderungen bewusst, denen sich die Automobilhersteller stellen müssen, um den modernen Anforderungen gerecht zu werden. Es ist nicht nur sehr schwierig, völlig neue Software und Dienste in einem Pkw zu entwickeln, sondern auch die Fragmentierung auf der Ebene der verschiedenen Recheneinheiten, die Schwierigkeit, Architekturen zu verschieben und sicherzustellen, dass Updates reibungslos ablaufen.
Durch die Bereitstellung eines offenen Android-Automobilbetriebssystems für Software-definierte Fahrzeuge (SDV) profitieren die Nutzer von einer kohärenten und konsistenten Benutzererfahrung. Die Kunden werden in der Lage sein, schnell die neuesten Software-Updates zu erhalten, so dass sie das Gefühl haben, dass der Hersteller sich auch nach dem Verkauf für ihr Fahrzeug einsetzt. Eine ganz neue Kategorie der Sprachsteuerung wird in Fahrzeuge implementiert, und car Servicebedürfnisse werden in Zukunft direkter kommuniziert und verfolgt werden können.
Autohersteller, die sich für die Verwendung eines tief integrierten Android-Systems entscheiden, könnten laut Google erhebliche Kosten sparen. Sie werden sich weniger auf die Entwicklung von Individualsoftware konzentrieren müssen. Gleichzeitig werden die Autos ihre einzigartige Identität nicht verlieren. Die Partner werden weiterhin die Möglichkeit haben, die Softwaregrundlage zu liefern, die zur Markenidentität passt.
Der Ankündigung von Google zufolge hat die Arbeit mit Renault und Qualcomm an einer tieferen Integration von Android Automotive bereits begonnen. Dies wird höchstwahrscheinlich zum ersten Live-Einsatz der AAOS (SDV)-Plattform an Bord eines zukünftigen Renault führen. Andere Hersteller könnten später nachziehen.