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CHEMIKALIEN IN KOPFHÖRERN GEFUNDEN, DIE AUCH HORMONSTÖRUNGEN AUSLÖSEN KÖNNEN

Bei einer gründlichen Untersuchung wurden gefährliche Chemikalien in verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln gefunden, von denen einige von europäischen Forschern in Ungarn gekauft wurden.
DemonDani
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Chemikalien in Kopfhörern gefunden, die auch Hormonstörungen auslösen können

Die elektronischen Geräte, die uns umgeben, können ein breites Spektrum von Gefahren bergen. Bei Kopfhörern und Ohrhörern sind in der Regel die hohe Lautstärke und die Batterieleistung die Hauptgefahren, aber jetzt hat eine Studie die Produkte der großen Hersteller aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Das tschechische Unternehmen Arnika hat mit Unterstützung der EU eine Studie veröffentlicht, die sich auf schädliche Chemikalien konzentriert.

Sie untersuchten 81 Ohr- und Kopfhörer auf Chemikalien und stellten fest, dass alle 81 Produkte Stoffe enthielten, die gefährlich sein könnten. Die Produkte stammten aus Ungarn, der Tschechischen Republik, Österreich und Slowenien.

Die Experten fanden Spuren von Bisphenolen, Phthalaten und Flammschutzmitteln, in guten Fällen nur Spuren, in schlechten Fällen größere Mengen. Dabei handelt es sich um Stoffe, die eine Vielzahl negativer Auswirkungen auf das Hormonsystem, die Fortpflanzungsgesundheit, neuronale Verhaltensprobleme und andere Gesundheitsrisiken haben können. BPA (Bisphenol A) zum Beispiel hat in den letzten Jahren besondere Aufmerksamkeit erregt.

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Von den getesteten Geräten wurden 180 Proben entnommen, und jedes Gerät wurde anhand von drei Kriterien eingestuft. Arnika bewertete das Risiko getrennt für Stoffe, die mit der Haut in Berührung kommen, und solche, die nicht mit der Haut in Berührung kommen, sowie für das Produkt als Ganzes. Bei Stoffen, die mit der Haut in Berührung kommen, kann das Vorhandensein von Chemikalien ein Problem darstellen, vor allem für Sportler, da sie über den Schweiß leichter aufgenommen werden können. Mehr als 50 Geräte von Herstellern wurden getestet. Es gab auch einen Fall, in dem ein Produkt mit einer völlig grünen Bewertung abschnitt, ein anderes Gerät desselben Herstellers jedoch schlecht abschnitt.

Der JBL Tune 720BT erhielt die volle grüne Bewertung, was bedeutet, dass er keine schädlichen Substanzen mit hohem Risikoniveau enthält, während der JBL Wave Beam und der JR310BT für Kinder eine rote Note erhielten. Die AirPods Pro 2 von Apple schnitten mit einer grünen Bewertung gut ab, während die HyperX Cloud III und die Razer Kraken V3 bei Arnikas Analyse mit einer roten Bewertung durchfielen.

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Das auf den ersten Blick erstaunliche Ergebnis zeigt deutlich, dass das Problem nicht in erster Linie bei den Herstellern liegt, sondern bei der Verordnung. Experten sind der Meinung, dass alle Substanzen, die in Kopfhörern nachgewiesen wurden, systematisch verboten werden sollten. Die Hersteller ihrerseits haben erklärt, dass ihre Produkte allen Vorschriften entsprechen. Es sollte jedoch hinzugefügt werden, dass sie sich in dieser Angelegenheit nicht sehr offen gezeigt haben.

The Verge hat 11 der Hersteller, deren Produkte von Arnika getestet wurden, kontaktiert, und nur drei Unternehmen haben Informationen geliefert. Bose, Sennheiser und Marshall meldeten sich zu Wort und erklärten, ihre Produkte erfüllten alle relevanten Sicherheitsstandards. Bose und Sennheiser fügten hinzu, dass sie gerne detaillierte Analysen sehen würden und wissen möchten, wie diese Tests durchgeführt wurden. Sie werden in der Lage sein, weitere Kommentare abzugeben, sobald mehr Informationen vorliegen.

Marshall entgegnete, dass sie auf der Grundlage dessen, was sie gesehen hätten, strengere Grenzwerte als die allgemeine Regel verwendet hätten, zum Beispiel bei der Analyse des BPA-Gehalts. Nach Angaben des Unternehmens übersteigt der Bisphenol-A-Gehalt in seinen Produkten nicht die gesundheitlichen Grenzwerte.

Die Leiterin der Studie, Karolína Brabcová, räumte außerdem ein, dass die veröffentlichten Ergebnisse zwar ein sehr negatives Licht auf den Markt für Kopf- und Ohrhörer werfen, aber "die Verwendung dieser Produkte kein unmittelbares Risiko darstellt". Wir wissen jedoch, dass einige Elektronikunternehmen den Verkauf bestimmter Produkte gestoppt haben, bis die Situation geklärt ist.

Die Experten werden die aktuellen Erkenntnisse nutzen, um zu versuchen, in der EU künftig eine bessere Regulierung zu entwickeln.

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