Die chinesische Display-Produktion nimmt immer größere Ausmaße an, und bei der Anwendung innovativer technologischer Lösungen ist BOE führend. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen LG auf dem OLED-Markt bereits überholt und war damit hinter Samsung auf den zweiten Platz vorgerückt, doch nun gab es keine Neuigkeiten zu einer weiteren OLED-Entwicklung, sondern es ging um MicroLED, das buchstäblich eine strahlendere Zukunft verspricht.
Anlässlich der Display Innovation China Expo 2026 präsentierte BOE einem ausgewählten Kreis sein erstes Display mit MicroLED-Technologie, das für Smartwatches bestimmt ist.
Das Unternehmen präsentierte die Entwicklung Investoren und Interessenten als die „ultimative“ Display-Technologie, nach der sich viele sehnen. BOE ist äußerst zuversichtlich, was den Einsatz von MicroLED-Panels und generell die Nutzung von MicroLED in allen Bereichen angeht. Derzeit handelt es sich noch um eine sehr kostspielige Lösung, doch es sieht so aus, als würde sie immer besser funktionieren, und BOE steht kurz vor der praktischen Anwendung.
Das vom chinesischen Unternehmen vorgestellte MicroLED-Display kann laut BOE eine Spitzenhelligkeit von bis zu 6.000 Nits erreichen. Auch die in Smartwatches verwendeten OLED-Panels werden in dieser Hinsicht immer besser, doch im vorliegenden Fall sprechen wir von einer völlig anderen Kategorie. Die hohe Helligkeit ist bei Smartwatches deshalb erforderlich, weil buchstäblich unter allen Umständen eine gute Lesbarkeit gewährleistet sein muss – selbst bei gleißendem Sonnenschein, wenn die Sonne direkt auf das „digitale Zifferblatt“ scheint.
Leider ist das spezielle Display nur auf einem einzigen, qualitativ minderwertigen Foto zu sehen, aber höchstwahrscheinlich werden wir es in Zukunft noch öfter sehen, vielleicht sogar bereits in fertigen Produkten. BOE beliefert mit seinen verschiedenen Displays immer mehr „ “-Smartwatches , da das Unternehmen auch bei den OLED-Entwicklungen gut aufgestellt ist und in der Regel in der Lage ist, bei den Komponentenpreisen unter denen von Samsung und LG zu liegen.
Die aktuelle Speicherkrise kommt BOE besonders gelegen, da neben den sehr teuren Speicherchips auch andere Einsparungsmöglichkeiten deutlich an Bedeutung gewonnen haben. Mehrere Branchenquellen berichteten, dass der Umsatz der chinesischen Displayhersteller in letzter Zeit besonders stark gestiegen ist, sodass auch BOE gut abschneiden dürfte. Es ist gut möglich, dass das Unternehmen auf dem MicroLED-Markt eine noch bessere Position einnehmen wird als im OLED-Bereich. Allerdings muss man auch hinzufügen, dass das Unternehmen mit seinen Entwicklungen nicht allein dasteht.
Bereits im vergangenen Jahr stellte Samsung auf der K-Display 2025 ein flexibles MicroLED-Panel vor, das sich aufgrund seiner Abmessungen und Eigenschaften gut für Smartwatches eignet. Die Helligkeit wurde dabei ebenfalls auf genau 6.000 Nit festgelegt. Der Wettbewerb unter den Entwicklern ist also hart.
Der Einsatz von MicroLED steckt auf dem Smartwatch-Markt noch in den Kinderschuhen, doch es gibt bereits Beispiele dafür. Garmin sorgte im vergangenen Jahr für eine große Überraschung, als das Unternehmen eine Variante der „ “ Garmin Fenix 8 Pro mit MicroLED-Display (diese ist auf dem Titelbild zu sehen) auf den Markt brachte. Das Gerät war im Vergleich zur einfachen AMOLED-Technologie mit einem horrenden Aufpreis verbunden, aber wer sich danach sehnt, dem bietet Garmin die Möglichkeit, die neue Technologie auszuprobieren.
Vorerst wird der Einsatz von MicroLED im Vergleich zu OLED und LCD sicherlich noch ein Luxus bleiben, doch mit steigenden Produktionsmengen und der Weiterentwicklung der Herstellungsverfahren könnte diese Option zunehmend erschwinglicher werden. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich der Wettbewerb zwischen den Herstellern in diesem Bereich entwickeln wird.