Der AMD-Sockel AM5 war gemäß den ursprünglichen Plänen für mindestens zwei Prozessorgenerationen ausgelegt und hätte bis 2027 im Einsatz sein sollen, d. h., er wäre fünf Jahre lang auf dem Markt gewesen. Zum Zeitpunkt der Markteinführung im Jahr 2022 war noch nicht klar, genau wie viele Prozessorgenerationen im Sockel AM5 Platz finden würden, doch seitdem ist viel Zeit vergangen, Vertreter von mehr als zwei Generationen wurden im Socket AM5 untergebracht, und allem Anschein nach werden weitere Neuheiten auf Socket-AM5-Basis folgen.
Darauf wies eine Seite von AMD hin, die technische Dokumentationen enthält, was im Wesentlichen bestätigte, dass die auf der ZEN-6-Architektur basierenden „Olympic Ridge“-Desktop-Prozessoren definitiv mit dem Socket AM5-Sockel auf den Markt kommen werden. Die offizielle Website erwähnt zudem eine Generation mit dem Codenamen „Medusa1“ unter den kompatiblen Prozessorgenerationen, geht jedoch nicht näher darauf ein, ob sich die Bezeichnung „Medusa1“ auf die Modelle „Medusa Point“ oder „Medusa Halo“ bezieht. Medusa1 wird voraussichtlich irgendwann nach der Olympic-Ridge-Generation auf den Markt kommen; davor könnten jedoch die auf ZEN 6 basierenden EPYC-Serverprozessoren ihr Debüt feiern, die bereits offiziell vorgestellt wurden.
Auf diese aktuelle Entwicklung hat übrigens einer der Hardware-Detektive, InstLatX64, in den „X“-Foren hingewiesen und als Beweis auch den entsprechenden Ausschnitt aus der Webseite beigefügt. Interessanterweise hat kürzlich ein Vertreter von MSI bereits quasi bestätigt, dass die ZEN-6-basierten Prozessoren mit dem Sockel AM5 kompatibel sein werden, das aktuelle „Leak“ macht die Situation jedoch noch deutlicher, obwohl es noch keine konkrete offizielle Ankündigung gab.
Das AMD-Team rechnet derzeit mindestens bis 2029 mit dem Sockel AM5, in dem bisher bereits die Modelle RYZEN 7000, die RYZEN 8000, die Modelle der RYZEN 9000-Serie von sowie die Mitglieder der RYZEN AI 400-Serie aufgenommen wurden – wobei auf die breitere Markteinführung der letzteren noch gewartet werden muss. Nach den neuesten Informationen werden auch die Olympic-Ridge-Modelle, die die RYZEN-10000-Serie verstärken, sowie die Mitglieder der unter dem Namen Medusa1 bekannten Desktop-APU-Generation folgen, erst danach soll der Wechsel des Prozessorsockels, also die Einführung des Sockels AM6, erfolgen. Zu Letzterem wurden bislang noch keine konkreten Pläne genannt, aber vielleicht ist es auch noch zu früh, darüber zu sprechen.
Was den offiziellen Start der Olympic-Ridge-Modelle angeht, hat AMD bislang keine Details bekannt gegeben, und da diese Modelle auch auf der Computex 2026 nicht vorgestellt wurden, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass sie in diesem Jahr noch nicht erscheinen, sondern erst im Laufe des nächsten Jahres auf den Markt kommen. Die ZEN-6-basierten Modelle werden voraussichtlich zwei Jahre lang eine führende Rolle spielen, bevor ihnen eine neue Generation, ZEN 7, folgen könnte – sofern sich die Namensgebung nicht ändert.
Die Desktop- und Mobilgeräte der ZEN-6-basierten Produktpalette könnten mit großer Wahrscheinlichkeit auf der CES 2027 vorgestellt werden, und die ersten Modelle könnten Anfang 2027 in den Handel kommen. In diesem Zeitraum werden auch ihre direkten Konkurrenten auf den Markt kommen, da die Intel Nova Lake-Serie ebenfalls Anfang 2027 ihr Debüt feiern könnte, sodass sich bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2027 ein ernsthafter Wettbewerb zwischen den Parteien entwickeln könnte, von dem vor allem die Verbraucher profitieren könnten – sofern die Verschärfung der Speicherkrise dem nicht einen Strich durch die Rechnung macht.