Die AMD-ZEN-6-Architektur wird zunächst im Segment der Serverprozessoren zum Einsatz kommen, wo sie als Grundlage für mehrere interessante Produktreihen dient, wie wir bereits in einer früheren Meldung zusammengefasst haben. Die neue Prozessor-Mikroarchitektur wird natürlich in nicht allzu ferner Zukunft auch in Prozessoren für den Consumer-Bereich Einzug halten, und auch Gamer werden schon bald die damit verbundenen Vorteile erleben können. Obwohl diese Vorteile offiziell noch nicht erwähnt wurden, konnte 1usmus, der Entwickler des HYDRA OC-Tools und des RYZEN DRAM Calculators, dank seiner Insider-Informationen dennoch einige interessante Details zu den zu erwartenden Entwicklungen preisgeben.
Dem Entwickler zufolge wird das AMD-Team mehrere interessante Software- und Hardware-Neuerungen einführen, damit Spiele auf Systemen mit ZEN-6-basierten Prozessoren so reibungslos und flüssig wie möglich laufen. Sie optimieren die Funktionsweise der Prozessorkerne und die Speichernutzung und setzen zudem weitere Tricks ein, damit die 1 %-Low-FPS-Werte – also das langsamste 1 % der FPS-Werte – eine höhere Leistung aufweisen, was wiederum zu einem flüssigeren, reibungsloseren Spielverlauf mit weniger Rucklern beitragen wird.
Eine der interessanten Neuerungen, die diesen Prozess unterstützt, ist die „Collaborative Processors Performance Control“ (CPCC), deren „CPCC Performance Priority“-Modus die Steuerung der Leistung einzelner Prozessorkerne ermöglichen wird. Durch die Zusammenarbeit von Firmware und Betriebssystem wird es möglich sein, dass das System auf Grundlage der Signale des Betriebssystems für bestimmte Prozessorkerne, die gerade unter der höchsten Auslastung stehen, ein maximales Leistungslimit und eine maximale Leistung festlegt. Wenn ein bestimmtes Spiel 8–10 Prozessorkerne gleichzeitig auslastet, erhalten diese das maximale Leistungslimit und die höchste Taktrate, wodurch sie auf Höchstleistung gebracht werden und das Spiel mit der bestmöglichen Leistung laufen kann.
Durch das Zusammenspiel der Optionen „Performance Priority“ und „HighestFreq“ wird es möglich, die Prioritäten der Workflows zu verwalten und die Leistung unter Berücksichtigung dieser Prioritäten auf ein Maximum zu steigern, während gleichzeitig im Rahmen der „FloorPerf“-Funktion die Leistung und die Leistungsaufnahme der übrigen Prozessorkerne gedrosselt werden, wodurch auch deren Wärmeentwicklung sinkt und die reibungslose Aufrechterhaltung der Spitzenleistung der aktiven Prozessorkerne unterstützt wird.
Zudem steht die Funktion „Dynamic Scheduling“ zur Verfügung, die vor allem dazu dient, die 1 % niedrigen FPS-Werten und deren Stabilisierung bei, und es wird möglich sein, die einzelnen Prozessorkerne unabhängig voneinander bei maximaler Leistungsaufnahme zu betreiben, ohne den gesamten Prozessor auf Hochtouren laufen lassen zu müssen. Auch das Taktmanagement wird effizienter, die Skalierung erfolgt noch dynamischer, wodurch hohe Taktraten effizienter und stabiler aufrechterhalten werden können, sodass die Leistung auf einem hohen Niveau bleibt, was den Spielablauf ausgewogener machen kann.
Zur weiteren Steigerung der Effizienz wird auch die Funktion „PQOS Bandwidth Enforcers“ beitragen, die dabei hilft, die für Hintergrundprozesse verfügbare Speicherbandbreite zu begrenzen, sodass die Hauptprozesse – wie beispielsweise Spiele oder kreative Anwendungen – nutzen können, da Hintergrundprozesse deren Leistung weniger beeinträchtigen werden. Wenn im Hintergrund viele Hintergrundprozesse verarbeitet werden müssen, begrenzt das System die für diese verfügbaren Ressourcen und unterstützt so die Ausführung des Spiels oder einer anderen „Hauptanwendung“.
Durch die oben genannten Maßnahmen werden Spiele insgesamt flüssiger laufen, was sich auch an den 1 %-Low-FPS-Werten bemerkbar machen wird. Wie groß ist die Leistungssteigerung, die diese Neuerungen in diesem Bereich bringen? Das werden die ersten unabhängigen Tests ganz sicher zeigen.