AMD hat sich bezüglich der nächsten Generation von Desktop- und mobilen Grafikkarten für das Gamer-Segment zurückgehalten. Allerdings spricht das Unternehmen auch gerne über EPYC-Serverprozessoren, die auf 2nm-Chipsätzen basieren, und über die Schlüsselfunktionen der nächsten Generation von KI-Beschleunigern, was angesichts des KI-Fiebers und der hohen Nachfrage nach den Serverprozessoren des Unternehmens im Server-Segment verständlich ist, so dass sich das Marketing-Team auf die "Pull"-Sektoren konzentriert. Gleichzeitig ist noch nicht offiziell bekannt, ob die Grafikkarten der nächsten Generation auf der UDNA-Architektur basieren werden oder ob sie weiterhin die RDNA-Architektur verwenden werden, die auf der fünften Generation basiert.
Natürlich gibt es viele Gerüchte, wobei einige Leaker vor kurzem angedeutet haben, dass die nächste Generation der Radeons auf den Produktionslinien von Samsung Foundry statt auf denen von TSMC hergestellt werden könnte, wobei entweder Wafer der 2 nm oder 4 nm Klasse verwendet werden. Auf dieses Gerücht hat ein seriöser und vertrauenswürdiger Informant reagiert: Laut Kepler_L2 handelt es sich um ein völlig unbegründetes Gerücht. Ihm zufolge haben die GPUs, die die Grundlage für die nächste Generation der Radeons bilden werden, bereits das "Tape-out"-Stadium erreicht, d.h. die ersten greifbaren Testmuster wurden nicht bei Samsung Foundry, sondern im TSMC-Labor unter Verwendung des N3P-Knotens des Unternehmens hergestellt.
Gleichzeitig sagte der Informant, der zuvor bereits mehrere genaue Berichte geliefert hatte, dass die nächste Generation der Radeon-Grafikkarten irgendwann Mitte 2027 vorgestellt werden würde, was plausibel erscheint, da es nach der Tape-Out-Phase noch lange dauern wird, bis konkrete Produkte auf den Markt kommen können - ein Zeitrahmen, der in etwa mit dem oben genannten übereinstimmt. In der Zwischenzeit gibt es immer noch keine Anzeichen dafür, dass die RDNA-5-Architektur in den offiziellen Roadmaps auftaucht. Für spätere Produkte werden lediglich GPUs der "nächsten Generation" genannt, die eine höhere Raytracing- und KI-Leistung bieten sollen.
In diesem Zusammenhang ist es interessant zu wissen, dass AMD und Sony gemeinsam am Projekt Amethyst arbeiten, das die Grundlagen für die nächste Generation von Spielkonsolen legt. Laut Leaks wird bei der Entwicklung von Radiance Cores ein starker Schwerpunkt auf der Raytracing- und Pathtracing-Leistung liegen, während Neural Arrays die Grafik-Workflows um KI-Funktionen erweitern und verstärkt Komprimierungsmethoden einsetzen werden, um die Anforderungen an die Speicherbandbreite zu reduzieren und so den Bandbreitendruck zu verringern. Neben SoC-Einheiten für Spielkonsolen könnten diese Technologien auch für Desktop- und mobile Radeon-Grafikkarten verfügbar sein, was dazu beitragen könnte, die Wettbewerbsfähigkeit dieser Produkte zu erhöhen. Die neuen Grafikkarten könnten auch über einen HDMI 2.2 Videoausgang verfügen, wie bereits berichtet, und die erwarteten Spezifikationen für die nächste Generation der High-End-Grafikkarten wurden von Leakern Ende August angeteasert.
Basierend auf dem oben Gesagten, könnte 2026 ein ruhiges Jahr werden, und es wird wahrscheinlich keine RDNA 5 bezogenen Ankündigungen auf der CES 2026 geben, genau wie die RDNA 4 basierten Radeon RX 9000 Grafikkarten auf der letzten CES nicht im Rampenlicht standen, was eine Enttäuschung war. Die Umsetzung der Pläne wird wahrscheinlich auch durch den Mangel an Speicher beeinträchtigt. Wenn die neuen Grafikkarten wirklich Mitte 2027 auf den Markt kommen, ist es noch zu früh, um über sie zu sprechen, was wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass es zumindest im Moment so "still" um sie ist.