Das AMD-Team hat in letzter Zeit eine fragwürdige Entscheidung getroffen, in deren Folge die zuvor weit verbreitete TSME-Funktion (Transparent Secure Memory Encryption) bei den für den Verbrauchermarkt bestimmten RYZEN-Prozessoren ohne großes Aufsehen deaktiviert wurde. Dies wurde von den Mitarbeitern von Ars Technica bei einem Test festgestellt, woraufhin sie ihre Beobachtungen veröffentlichten, was für erheblichen Unmut in der Öffentlichkeit sorgte. Seitdem gab es natürlich weitere Entwicklungen in dieser Angelegenheit, aber schauen wir uns zunächst die Vorgeschichte an.
Seit einiger Zeit funktionierte TSMEnicht mehr
Der Test von Ars Technica hat aufgezeigt, dass bei einem Prozessor vom Typ „ “ RYZEN 7 9700X die TSME-Funktion einfach nicht aktiv ist, obwohl sie standardmäßig dazu dienen würde, Angriffe auf unverschlüsselte Speicherbereiche zu verhindern – und das, obwohl die Funktion im BIOS aktiviert ist. Die Überprüfung des Vorhandenseins dieser Funktion unter Windows ist umständlich, unter Linux hingegen stellte sich bei der Überprüfung der Firmware-Sicherheit heraus, dass die Anzeige für verschlüsselten Speicher fehlte, obwohl TSME aktiv war: Die Funktion funktionierte aus irgendeinem Grund nicht. Im Laufe der Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Funktion nach der Veröffentlichung von AGESA 1.2.7.0 bei den für den Verbrauchermarkt bestimmten Prozessoren der Serien „ “ und „RYZEN “ einfach deaktiviert wurde, ohne dass AMD diesbezüglich jedoch irgendeine offizielle Mitteilung gemacht hätte; die Änderung wurde lediglich stillschweigend und hinter den Kulissen vorgenommen.
Infolge dieser Änderung verschwand die TSME-Funktion aus den für den Endverbrauchermarkt bestimmten Prozessoren, sodass sie fortan nur noch auf dem professionellen Markt verfügbar war und Teil des Angebots der Prozessoren der PRO-Serie war. Zwar hat AMD die TSME-Funktion bei Prozessoren für den Verbrauchermarkt nie beworben, doch die Zusatzfunktion konnte in vielen Fällen nützlich sein, und in manchen Fällen hatten sich die Nutzer daran gewöhnt, daher ist es verständlich, dass die stillschweigende Deaktivierung dieser Funktion einen kleinen Aufschrei der Empörung auf AMD herabregnen ließ.
Die Empörung führte zu folgendem Ergebnis:
Das AMD-Team hat die TSME-Funktion bereits im April bei den normalen RYZEN-Prozessoren deaktiviert, zuvor war sie jedoch standardmäßig aktiviert. Mit der Entscheidung im April wollte man wohl erreichen, dass sich die PRO-Serie noch deutlicher von den normalen RYZEN-Prozessoren abhebt; die Exklusivität von TSME hätte genau diesem Ziel gedient, denn man ging wohl davon aus, dass die Mehrheit der Nutzer diese Funktion ohnehin nicht benötigt. Ein ähnliches Extra bietet übrigens auch Intel unter dem Namen TME-MK (Total Memory Encryption-Multi-Key) an, das nicht nur auf vPro-, sondern auch auf den normalen Core-Prozessoren verfügbar ist.
Die Kommentare unzufriedener Nutzer sowie die große Resonanz in den Medien führten dazu, dass die Entscheidung revidiert wurde: Im Rahmen eines neuen Firmware-Updates wird die TSME-Funktion für Prozessoren auf dem Endverbrauchermarkt wieder verfügbar gemacht; das Update selbst wird im Laufe des Juli erscheinen. Die Funktion war zuvor im BIOS unter dem Namen „Memory Guard“ verfügbar, wurde jedoch entfernt; ab Juli kehrt sie jedoch zurück – es wird lediglich ein Firmware-Update erforderlich sein, wie zumindest aus der offiziellen Mitteilung hervorgeht, die den Mitarbeitern von Tom’s Hardware zugestellt wurde.