Einer von AMDs chinesischen OEM-Partnern, Chuwi, ist in ziemliche Schwierigkeiten geraten, nachdem das Unternehmen dabei ertappt wurde, falsche Prozessorinformationen auf nicht nur einem, sondern zwei Notebooks zu verwenden, um den Anschein zu erwecken, dass das Produkt von einer moderneren mobilen APU der RYZEN 7000-Serie angetrieben wurde, aber in Wirklichkeit wurde ein RYZEN 5 5500U in RYZEN 5 7430U umbenannt.
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es sich um einen einfachen Fehler handelt, dass die beiden Prozessoren während der Produktion versehentlich vertauscht wurden, aber dem widerspricht die Tatsache, dass das BIOS so verändert wurde, dass überall fälschlicherweise der Name RYZEN 5 7430U als CPU-ID angezeigt wird, was kein Versehen sein kann, sondern nur eine absichtliche Manipulation, die in mehrfacher Hinsicht beunruhigend ist.
Der chinesische OEM-Partner scheint AMD mit dieser Aktion einen Strich durch die Rechnung gemacht zu haben, denn die Verantwortlichen des Unternehmens haben kürzlich in einer Erklärung, die schnell in den chinesischen Medien veröffentlicht wurde, auf den Vorfall reagiert. Die Tatsache, dass sie versucht haben, die ZEN 2-basierte mobile APU in Form einer teureren, modernen mobilen APU zu verkaufen, die auf der ZEN 3-Architektur aufbaut, und somit ungerechtfertigterweise einen zusätzlichen Gewinn aus der billigeren mobilen APU gezogen haben, deutet darauf hin, dass sie absichtlich, vorsätzlich und wissentlich die Kunden in die Irre geführt und im Grunde genommen Betrug begangen haben.
Gleichzeitig wurden auch die strengen Regeln von AMD für die Verwendung des AMD-Markennamens und der Prozessortypbezeichnung verletzt, da das Unternehmen darauf hinwies, dass die Verwendung einer falschen Bezeichnung durch einen OEM-Partner strengen Regeln unterliegen kann: Wenn er eine falsche Bezeichnung verwendet, führt er die Kunden in die Irre und verschafft sich einen unlauteren Marktvorteil, wodurch er ernsthaften Schaden verursacht und den normalen Markt stört. AMD betont, dass es sich stets für die Glaubwürdigkeit und Transparenz von Produktinformationen eingesetzt hat und sich auch für den Schutz eines fairen und geordneten Marktumfelds sowie der Rechte und Interessen der Nutzer einsetzt.
Das Unternehmen hat diese Angelegenheit sehr ernst genommen und behält sich das Recht vor, rechtliche Schritte gegen die beteiligten Parteien einzuleiten. Das Unternehmen hat auch betont, dass die Umbenennung des Prozessors ohne sein Wissen oder seine Zustimmung erfolgte; es hat ein solches Verhalten weder genehmigt, gebilligt oder geduldet, noch war es an Entscheidungen über die Etikettierung oder Werbung für die fraglichen Produkte beteiligt - es geschah völlig ohne sein Wissen.
Was genau Chuwi zu erwarten hat, ist noch nicht bekannt, aber angesichts der Entschlossenheit und - berechtigten - Empörung von AMD ist es ziemlich sicher, dass der Fall mit einer harten Strafe enden wird. Die Verantwortlichen von Chuwi schweigen vorerst, haben aber schon früher versucht, Druck auf das NotebookCheck-Team auszuüben, das den Fall untersucht, allerdings ohne Erfolg.