AMD hat seine Radeon Pro Serie um eine spezielle Grafikkarte erweitert, die speziell für den professionellen Einsatz entwickelt wurde. Sie ist einzigartig, da sie die Grundlagen der Radeon RX 7700 XT übernimmt, aber viel mehr VRAM bietet und in einem Single-Slot-Design mit passiver Kühlung geliefert wird.
Die professionelle Grafikkarte Radeon Pro V710 basiert auf einem NAVI 32-Grafikprozessor, der 54 aktive CU-Arrays, d. h. 3456 Stream Units, verarbeiten kann und außerdem 54 RT-Beschleuniger besitzt. Die neue GPU läuft mit einer Boost-Taktfrequenz von 2 GHz und erreicht eine maximale Single-Precision-Rechenleistung von 27,65 TFLOp/s. Während die Radeon RX 7700 XT über ein Speichersubsystem verfügt, das mit einem 192-Bit-Speicher-Subsystem mit 12 GB On-Board-Speicher verbunden ist, kann die Radeon Pro V710 nun über ein 224-Bit-Speicher-Subsystem mit 28 GB GDDR6-VRAM verfügen. Die neue professionelle Grafikkarte bietet eine Speicherbandbreite von 448 GB/s, eine leichte Verbesserung gegenüber den 432 GB/s der Radeon RX 7700 XT. Natürlich verfügt das Speichersubsystem auch über ECC-Unterstützung und 54 MB Infinity Cache.
Vorerst plant AMD, sie nur und ausschließlich auf Microsoft Azure-Servern verfügbar zu machen, über die sie fortschrittliche Dienste wie Remote-Desktop- und Workstation-Konfigurationen in Form von virtuellen Maschinen anbieten kann, aber sie kann auch für Cloud-Gaming und KI/ML-Zwecke verwendet werden. Die Radeon Pro V710 wurde für Microsoft-Rechenzentren entwickelt und bietet auch R-IOV-Unterstützung, so dass mehrere virtuelle Maschinen von derselben GPU bedient werden können und diese virtuellen Maschinen voneinander isoliert werden können, um die Datensicherheit zu gewährleisten. Das Produkt kann in diesem Nutzungsmodus "nur" 24 GB VRAM erreichen, statt 28 GB.
Die neue Grafikkarte hat auch einen deutlich niedrigeren TDP im Vergleich zur Radeon RX 7700 XT, mit 245 W, während das professionelle Modell einen TDP von 158 W hat, eine Reduzierung um 35% und eine entsprechende Reduzierung der GPU-Taktfrequenz um 500 MHz. Dies ist größtenteils eine Einschränkung aufgrund der passiven Single-Slot-Kühlung. Die Server verfügen außerdem über integrierte Lüfter, die für einen angemessenen Luftstrom sorgen und die von der passiven Kühlung übertragene Wärme aus dem Rack abführen. Ein achtpoliger PCI-Express-Stromanschluss wird ebenfalls benötigt, um die neue Grafikkarte mit einer stabilen Stromversorgung zu versorgen.
Die Radeon Pro V710 wird vorerst nur Microsoft zur Verfügung stehen. Es ist noch nicht bekannt, ob sie in Zukunft auch für andere Partner oder Geschäftskunden erhältlich sein wird.