Bei der AMD-Produktpalette könnte es bald zu einer Preiserhöhung kommen – darauf deuten zumindest die neuesten Meldungen hin, die sich auf Brancheninformationen stützen. Den auf ChannelGate veröffentlichten Informationen zufolge ist damit zu rechnen, dass das Team von AMD in Kürze eine Preiserhöhung von 10 % vornehmen wird, von der die überwiegende Mehrheit der Produkte betroffen sein wird. Der Grund für die Preiserhöhung ist, dass die Herstellung von Siliziumwafern teurer geworden ist, da auch TSMC seine Preise angehoben hat, weshalb AMD seine Preisgestaltung unbedingt anpassen muss, um den Geschäftsbetrieb zu sichern – das heißt, damit sowohl die für Forschung und Entwicklung verfügbaren Mittel als auch der Gewinn das erwartete Niveau erreichen und sich das Unternehmen gesund weiterentwickeln kann.
Den Informationen zufolge könnte die Preiserhöhung sowohl Grafikprozessoren als auch Chipsätze und verschiedene Prozessoren betreffen, da diese alle in den Werken von TSMC hergestellt werden, da es derzeit keine andere zuverlässige Quelle gibt. Aus dem Hause TSMC kam erst kürzlich die Meldung, dass das Unternehmen bei den meisten seiner Knoten eine Preiserhöhung von 10 % vornimmt, d. h. von der 2-nm--Strichbreite N2 bis hin zu den ausgereiften Fertigungstechnologien – wird die Anwendung jeder Strichbreite teurer, was wiederum zu einer teureren Chipfertigung führt, deren Kosten die Auftraggeber an ihre Partner und Endkunden weitergeben werden. Die Preiserhöhung von TSMC lässt sich mit den steigenden Rohstoffpreisen, den steigenden Lohnkosten sowie den steigenden Energiepreisen erklären – auch geopolitische Spannungen spielen bei den Preisanstiegen eine Rolle.
AMD hat bereits zuvor die Preise für Grafikkarten und Prozessoren erhöht, bei den Chipsätzen gab es jedoch bislang keine Preiserhöhungen; nun können sie dies jedoch nicht mehr vermeiden, was für die Partner unter den Motherboard-Herstellern eine harte Nuss sein wird, denn nach früheren Berichten hatten sie sich aufgrund steigender Komponentenpreise, teurer werdender Leiterplatten sowie Preiserhöhungen in anderen Bereichen ohnehin schon auf Preisanpassungen vorbereitet, wobei sie allerdings versuchten, die Preiserhöhungen meist sehr behutsam umzusetzen, um den Absatz von Mainboards möglichst nicht wesentlich zu beeinträchtigen. Aufgrund der neuen Entwicklungen müssen auch die Hersteller von Hauptplatinen ihre Preisstrategien überdenken, und auch die PC- und Notebook-Hersteller werden zu Preiserhöhungen gezwungen sein, genau wie die Akteure in anderen Bereichen, die ihre Produkte auf AMD-Produkte aufbauen.
Dem Bericht zufolge könnte AMD im Laufe des vierten Quartals auch neue Richtlinien einführen, die die Einführung und Kommunikation von Preiserhöhungen betreffen könnten. Eine offizielle Ankündigung zu diesem Thema steht noch aus, doch sollten die Preiserhöhungen in Kraft treten, wird dies auf dem Markt spürbar sein.